Keine sinnvolle Digitalisierung ohne PLM

Keine sinnvolle Digitalisierung ohne PLM

München, 10. Januar 2017

Expertenkommentar von Stephan Ellenrieder, Senior Vice President Zentral- und Osteuropa sowie Geschäftsführer Deutschland, PTC

Stephan EllenriederProduct-Lifecycle-Management-Systeme (PLM-Systeme) wurden und werden in der Fertigungsindustrie heiß diskutiert, seitdem es sie gibt. Zu groß, zu aufwändig, zu teuer - so mancher IT-Verantwortliche musste wahre Hürden überwinden, um ein solches System genehmigt und implementiert zu bekommen. Dabei steht für mich eines fest: Ohne ein funktionierendes und umfassendes PLM-System wird keine Digitalisierungsstrategie in Unternehmen fruchten. Vor allem nicht in Zeiten sich verändernder Produkte und Produktionssysteme, die zunehmend intelligenter und vernetzter sind und sich darüber hinaus dank AR-Technologien besser visualisieren und erleben lassen.

Klar, es ändern sich die Anforderungen an PLM-Systeme, und das nicht gerade wenig. Sie müssen einem noch breiteren Anwenderkreis den einfachen Zugang zu Daten und Funktionen ermöglichen. Das erfordert neue, Cloud-basierte Betreibermodelle, die gerade kleineren Unternehmen eine schnelle Implementierung ermöglichen. Sie müssen in der Lage sein, Sensordaten vernetzter Produkte zu erfassen und in die Entwicklung zurückzuspielen, um sie beispielsweise mit Hilfe eines digitalen Zwillings (Digital Twin) auszuwerten. Und sie müssen die disziplinübergreifende Entwicklung dieser Produkte durch ein integriertes Application Lifecycle Management (ALM) unterstützen.

Dies sind nur einige Beispiele der neuen Anforderungen, über die zahlreiche PLM-Anbieter wie auch PTC oder Branchenexperten schon lange diskutieren. Allein das im Sommer 2016 veröffentlichte Thesenpapier der ProSTEP iViP Initiative zur Zukunft von PLM im Zeitalter der Digitalisierung listet ganze 22 Thesen zu diesem Thema. Fakt ist jedoch, dass dem Datenmanagement und der Vernetzung dieser Daten mit allen relevanten internen sowie externen Systemen und Quellen mehr denn je Gewicht beigemessen werden muss. Die Grenzen des Unternehmensfortschritts werden sonst schnell erreicht werden.

Wiederum nur blanke Theorie? Keinesfalls. Die Praxis spricht dafür. Im ersten Absatz wählte ich absichtlich den Begriff „IT-Verantwortliche“. Denn genau diese waren es, die den Sinn und das Potential eines PLM-Systems anfangs verstanden haben, jedoch eine Vielzahl an Argumentationsketten vorbringen mussten, um ihren Plan umsetzen zu können. Fortan standen sie unter ständiger Beobachtung - natürlich mehr „gefühlt“ und laut eigener Aussage. Doch die Zeiten ändern sich auch hier. Egal mit welchen Unternehmensleitern und aus welcher Branche wir momentan über IoT und mögliche darauf aufbauende AR-Szenarien sprechen - stets geht es in den Gesprächen auch um die Implementierung eines PLM-Systems. Genau so wird es dann auch umgesetzt. Zunächst kommt PLM, erst dann werden die IoT- und AR-Strategie ausgerollt. Die Unternehmensführung begreift zunehmend die Wichtigkeit einer guten PLM-Basis als Startpunkt für den eigenen digitalen Fortschritt.

Auf der anderen Seite gibt es natürlich auch die Unternehmen, die bereits mit einem PLM-System arbeiten, dass nach oftmals langwierigen Evaluierungen und Diskussionen genehmigt wurde. Die damaligen „Verfechter“ dieser Idee bekommen oft heute erst den wahren Ritterschlag aus dem Management als Bestätigung für die damalige Investition.

© PLMportal

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