Digital Factory 2017: Zentrum der Hannover Messe

05.05.2017

Industrie 4.0, Digitalisierung der Industrie, Internet der Dinge, Künstliche Intelligenz – die Digital Factory hat sich innerhalb weniger Jahre vom kleinen Juwel zu einem Zentrum der Hannover Messe entwickelt. Das sieht der Besucher schon beim Blick in die Hallen. Mittlerweile verteilt sich die Digital Factory auf vier Hallen. Tendenz zunehmend.

Huawei in Halle 7Ursprünglich war die Industriesoftware (CAx, PLM, MES und ERP) das Thema. Dann kam die Initiative Industrie 4.0 und die generelle Debatte über die Digitalisierung. Und jetzt platzt die Ausstellung aus allen Nähten. In der Halle 7 ist künstliche Intelligenz und Hightech zum Kern geworden. Dabei neben den Ständen bekannter Größen wie Bosch, IBM, Microsoft und SAP seit diesem Jahr auch große Stände von T-Systems und der chinesischen Firma Huawei (alle Fotos Sendler).

Die früheren Hauptthemen der Standardsoftware, seit 2016 in Halle 6, sind ergänzt um das Thema strategische Beratung etwa mit Accenture. Auch hier ein chinesischer Anbieter, den man bisher eher als Haushaltsgerätehersteller kennt: die Haier Group stellte ihre Tochter COSMOPlat vor, mit der die Industrie in Richtung IoT unterstützt werden soll.

PROTIQ von Phoenix ContactNoch ein anderer neuer Stand zeigt, wie die Industrie in Bewegung ist: PROTIQ, eine 3D-Druck-Tochter des bisherigen Herstellers von Automatisierungskomponenten Phoenix Contact.

In der Halle 8 wimmelt es inzwischen von Ständen der Plattform Industrie 4.0 und damit verwandter Netzwerke, und das Forum Industrie 4.0 hat sich zum täglich gut besuchten Diskussionsschwerpunkt von Industrie, Forschung und Politik im Frühjahr gemausert.

Festo und die DingeWie die Digital Factory zum Schwerpunkt und Kern der digitalen Industrie wurde, so hat sich die gesamte Hannover Messe weiter in dieser Richtung verändert. Wohin man schaut, in welche Pressekonferenz man geht: Industrie 4.0. Da ist es schon eher ein Ausrutscher, wenn Festo erklärt, man wolle vor allem die "Dinge machen", denn die würden ja von den "Internetmachern" auch gebraucht. So wird sich die Position der führenden Industrieunternehmen im Zuge der Digitalisierung nicht behaupten.

Denn inzwischen haben viele im Markt verstanden, dass sich auch das eigene Geschäftsmodell ändern muss. Harting, im letzten Jahr wiederholter Gewinner des Hermes Awards mit ihrem MICA-Industriecomputer für die Vernetzung von Geräten und die Bereitstellung von Betriebsdaten in der Cloud, schart um sich auch auf der Messe heute ein MICA-Network von mehr als 60 Partnern, mit denen sich der bisherige Anbieter von Steckverbindern als Systemintegrator aufstellt.

it's OWLIndustrie 4.0 war kein Hype, der nach ein, zwei Jahren wieder abklingt, wie manche dachten. Keiner kommt mehr daran vorbei. Das Netzwerk für intelligente technische Systeme OstWestfalenLippe it's OWL steht in Halle 14 und platzt wie die Digital Factory aus den ursprünglich etwas engeren Nähten. Und dennoch spürt man auch auf der Hannover Messe nach wie vor die Unsicherheit der breiten Masse in der Industrie. Die einen preschen vor und haben schon zahlreiche gute Produkte auf dem Markt. Die anderen zögern noch, sie auch einzusetzen.

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