Impressionen vom cplace Day 2017

02.11.2017

von Prof. Alfred Katzenbach (Foto Sendler), Katzenbach Executive Consulting

Prof. Alfred KatzenbachDie 2014 gegründete collaboration Factory AG hat am 19.Oktober in München zum dritten Mal den „cplace day“ veranstaltet. Namensgeber ist das Produkt des Unternehmens, die Planungs- und Steuerungs-Software cplace. Mehr als 120 Teilnehmer – Kunden, Partner und Mitarbeiter des Unternehmens – bekamen in zehn Vorträgen sehr eindrucksvoll das Konzept und die Leistungsfähigkeit des Produktes vorgestellt.

Für mich war diese Veranstaltung ein eindrucksvoller Beweis, dass die Digitalisierung neue Ansätze und schlanke, innovative und agile Unternehmen braucht. Die collaboration Factory scheint einiges anders – und erfolgreicher – zu machen als andere.

Dr. Rupert StufferIn dieser Firma hat Dr. Rupert Stuffer (Foto collaboration Factory), eine bekannte Größe aus dem Umfeld des Projektmanagements, 2014 mit seiner Erfahrung und Kompetenz, aber vor allem mit seiner Innovationskraft, etwas völlig Neues geschaffen. Dazu hat er ca. 30 exzellente Menschen um sich versammelt, mit denen in drei Jahren Dinge entstanden sind, die in Qualität und Umfang alle meine Erwartungen deutlich übertroffen haben. Es ist ein Musterbeispiel, wie die Veränderungsprozesse in der Digitalisierung funktionieren und in welch kurzer Zeit dabei erstaunliche Erfolge erzielt werden können. Dazu bedarf es nicht nur einer modernen Software-Architektur, sondern auch eines zeitgemäßen Partnerkonzepts und einer Kundeninteraktion, die sich von traditionellen Ansätzen unterscheidet.

Mit einem kleinen Team ist eine Softwareplattform entstanden, die auf Basis neuester Technologien sehr performant eine große Anzahl von Informationen miteinander verknüpfen kann. Gleichzeitig wurde eine dynamisch konfigurierbare App-Oberfläche geschaffen, mit der die Anwender selbst die Darstellungen konfigurieren können, die sie für ihre tägliche Arbeit für wünschenswert erachten. Hierzu stehen Visualisierungsbibliotheken zur Verfügung, die einfach genutzt werden können. Die Software kann in verschiedenen Betriebsmodi, von einem klassischen, unternehmensinternen IT-Betrieb bis zu einer öffentlichen Cloud-Lösung betrieben werden. Dabei sind unterschiedliche stationäre und mobile Endgeräte flexibel ansprechbar.

Das Einsatzspektrum geht über das klassische Projektmanagement mit vernetzter Terminplanung hinaus. Vorgestellt wurden zum Beispiel auch Lösungen für Portfolio-Management, Strategie-Controlling, Reifegrad-Management, Kostenmanagement und Risk-Management.

Wie kann das alles in so kurzer Zeit von nur drei Jahren funktionieren?

Hier komme ich zu der wesentlichen Erfahrung, die ich an diesem Tag sammeln durfte und die mich motiviert hat, diesen Artikel zu schreiben: Sie betrifft das Partnerkonzept.

Auf der einen Seite kooperiert die collaboration Factory mit anderen innovativen Unternehmen und stellt diesen mit einem „Shared Source Konzept“ ihre Software zur Verfügung. Die Partnerfirmen, etwa Redpoint.Teseon aus Garching oder QuinScape aus Dortmund sind so in der Lage, eigene Applikationen zu erstellen und zur Basis hinzuzufügen. In mehreren Partnervorträgen wurden Beispiele wie dynamische Vernetzungen und Mindmap-Anbindungen oder auch eine App zur Projektzeiterfassung vorgestellt.

Auf der anderen Seite kooperiert die collaboration Factory aber auch mit am Markt etablierten großen Dienstleistungsanbietern wie NTT Data, MHP oder msg Systems, um die Kundenschnittstelle zu den meist großen Kundenunternehmen darzustellen.

Der dritte Aspekt ist das partnerschaftliche Konzept mit den Kunden selbst. In den Kundenvorträgen von Continental, Porsche und Volkswagen wurde eindrücklich dargestellt, dass die Erstellung der Lösungen mit einem klassischen Kunden-Lieferanten- Konzept nicht viel gemein hat. Vielmehr wird hier partnerschaftlich ein agiles Zusammenarbeitsmodell gelebt, dass in sehr kurzer Zeit kundentaugliche Lösungen entstehen lässt.

Glaskasten collaboration factoryIch hatte nach der Veranstaltung die Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen, oder besser: in den Glaskasten (Foto Collaboration Factory), in dem diese Art der Zusammenarbeit bei der collaboration Factory stattfindet. Da saßen und standen Mitarbeiter des Hauses mit denen von großen Kunden und denen von anderen Software- und Beratungshäusern zusammen und bastelten gemeinsam an Lösungen. Das sah sehr viel mehr nach Silicon Valley aus als nach der normalerweise in Deutschland üblichen Arbeitsweise, der durch Regeln und Gesetze enge Grenzen gesetzt sind, was die Zusammenarbeit von Mitarbeitern verschiedener Unternehmen betrifft.

Die Namensgebung collaboration Factory scheint jedenfalls kein Zufall zu sein, sondern einer Grundhaltung zu entsprechen. Ich konnte an diesem Tag erleben, wie moderne und agile Zusammenarbeitskonzepte wirken können und was damit erreicht werden kann.

Ich bin aber auch mit einem großen Fragezeichen nach Hause gefahren, nämlich mit der Frage, wie diese Zusammenarbeitskonzepte des 21. Jahrhunderts mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen – etwa Regelungen von Werkverträgen und Arbeitnehmerüberlassung – des 20. Jahrhunderts zusammenpassen. Auf diese Frage habe ich keine Antwort. Sie wird aber zu einem gewissen Teil unsere Zukunft bestimmen. Vielleicht hilft hier nur eins: einfach machen.

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