SysLM 2017 – Martin Eigners "Auf Wiedersehen"

12.10.2017

Prof. Martin EignerMehr als 130 Teilnehmer kamen am 11. Oktober zur erstmals unter diesem Titel tagenden SysLM 2017, dem Nachfolger der PLM Future Tagung, nach Kaiserslautern. Prof. Martin Eigner (Foto Sendler) hatte wie immer ausgezeichnete Referenten gewonnen. Er selbst gibt zum ersten November den Lehrstuhl für Virtuelle Produktentwicklung (VPE) an einen noch nicht namentlich Genannten ab. Die SysLM Tagung wird er freilich auch im nächsten Jahr leiten.

Die Unternehmens- und Engineering-Prozesse von morgen waren das große Thema. Referenten aus der Industrie und von Partnern aus IT und Beratung boten den Teilnehmern ein aktuelles Bild der Vision, die heute von der künftigen Industrie gezeichnet werden kann.

Thomas Kriegel, AudiThomas Kriegel (Foto Sendler), Leiter der Steuerung Virtuelles Fahrzeug bei Audi, formulierte seine Version eines "digitalen Masters": "Kern eines zukünftigen PLM-Ansatzes ist die Aggregation und Verlinkung von verteilten Daten zu einem digitalen Master, d. h. eine durchgängige digitale Produktbeschreibung mit Daten aus Entwicklung, Fertigung und Betrieb." Dabei machte er klar, dass dies gerade und unbedingt mit einer absolut heterogenen IT-Landschaft funktionieren müsse.

Dr. Rolf Slatter, Geschäftsführer des Sensorherstellers Sensitec, erklärte an Beispielen aus Kundenprojekten, wie smarte, sich selbst überwachende und kalibrierende MR-Sensoren inzwischen über Vorverarbeitung im Sensor die Rohdatenrate senken und so sinnvolle Geschäftsmodelle mit Industriedaten für Industrie 4.0 und IoT ermöglichen.

SilodenkenProfessor Martin Eigner bedankte sich bei seinem VPE-Team und den vielen Partnern und Freunden in einer Präsentation, mit der er 13 Jahre Forschung und Entwicklung von PDM über PLM zu SysLM an der TU Kaiserslautern zusammenfasste. Das größte Problem in der Industrie und in der Ausbildung der Ingenieure sieht er nach wie vor im Silodenken und den disziplinspezifisch getrennten Prozessen, was Grafiker Thorsten Ohler schon in einer früheren Veranstaltung illustriert hatte.

Enterprise Service PlattformDie Komplexität der Produkte und Prozesse auf dem Weg zu smarten Dienstleistungen und digital vernetzten Produkten kann nach Meinung Eigners mit monolithischen IT-Systemen nicht mehr beherrscht werden. Er sieht für die Zukunft eine offene Enterprise Service Plattform, die den Zugriff auf alle Daten eines Systems von den Anforderungen über die Entwicklung und Produktion bis zur Nutzung im Internet erlaubt. Gleichgültig, aus welcher Quelle sie stammen.

Prof. Martin Eigner beendet seine Tätigkeit am Lehrstuhl VPE. Gemeinsam mit dem 2012 gegründeten VPE-Network wird er die SysLM Tagung allerdings fortführen. Und auch ohne seine Vorlesungen in Kaiserslautern wird die PLM-Gemeinde sicher auch künftig viel Gelegenheit haben, mit ihm über seine Visionen zu diskutieren.

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