PLM-Anbieter und IoT

München, 26. Januar 2017

Jetzt ist es endlich soweit und diese Serie kann starten. Es sind genügend Antworten auf meine Fragen eingegangen, um einen Überblick zu ermöglichen. Und zu vier großen Anbietern wird es ausführliche Strategie-Artikel geben, die nun einer nach dem anderen veröffentlicht werden. Im Verlauf der Vorgespräche ist bereits klar geworden: Die Frage ist, wie sich die Anbieter von Industriesoftware rund um PLM zum Internet der Dinge positionieren, wie sie ihre Kunden dabei unterstützen, künftig vernetzte, intelligente Produkte zu entwickeln und zu vermarkten. In dieser Frage will die Serie etwas mehr Transparenz schaffen.

Erst in den letzten Jahren ist die Welt darauf gekommen, von Digitalisierung zu sprechen. Seit rund 45 Jahren ist die Digitalisierung in Gang, ohne dass dieser Begriff auftauchte. Insbesondere die Industrie ist schon seit den Siebzigerjahren sehr intensiv dabei, ihre Prozesse, Werkzeuge und Methoden zu digitalisieren. Vom Ersatz des Zeichenbretts und der computergesteuerten Werkzeugmaschine bis zum Flottenmanagement in der Logistik und zur Auftragsabwicklung. Auch die Produkte für den Endverbraucher wurden mehr und mehr digital. Man nannte das Mechatronik, meinte aber stets die Integration von Mechanik mit Elektronik und Software. Vielleicht drückt sich in dem jetzigen Auftauchen des Begriffs nur die allgemeine Akzeptanz der Tatsache aus, dass das Digitale nun überall, auch in den ehemals vollständig dem Physikalischen vorbehaltenen Welten des Maschinenbaus, der Mechanik, der Fertigungsindustrie und des Anlagenbaus, zum beherrschenden Element geworden ist.

Tatsächlich geschieht im Moment aber sehr wohl etwas Neues. Die einen nennen es die vierte industrielle Revolution oder Industrie 4.0, die anderen nennen es Industrial Internet (und die dritte industrielle Revolution), wieder andere reden vom Internet der Dinge. Das Neue ist die durch das Internet-Protokoll IPv6 geschaffene Möglichkeit, mehr oder weniger alle Dinge dieser Welt mit einer eigenen Internetadresse zu versehen. Damit können sie individuell miteinander, mit dem Menschen und allen erdenklichen Infrastrukturen im Internet vernetzt werden. Sie können kommunizieren, Daten liefern und erlauben das Analysieren von Daten. In Kombination mit Sensoren und Aktoren, Kameras, Mikrofonen und anderen digitalen Komponenten lernen sie Hören und Sehen, werden "intelligenter". Maschinenlernen und Künstliche Intelligenz bekommen praktische Relevanz. Diese Produkte können natürlich nicht mehr auf dieselbe Weise entstehen wie die bisherigen.

Fragen, die sich stellen, lauten etwa: Was ändert sich neuerlich in den Prozessen, Werkzeugen und Methoden der Industrie? Muss sie alle IT-Systeme abschaffen und durch neue ersetzen? Muss sie neue hinzufügen und neben die älteren stellen? Muss sie die Art des Einsatzes der IT verändern, beispielsweise durch neue Schritte der Integration?

Für das PLMportal als Nachrichten- und Wissensportal rund um das Management der Produkt- und Prozessdaten in der Industrie sind diese Fragen von besonderer Bedeutung. Welche Rolle wird künftig PLM – und damit die ganze Palette der verfügbaren Industriesoftware – spielen? Braucht die Industrie das noch, oder ist es überholt, weil im Internet der Dinge die Betriebsdaten von Produkten wichtiger werden als die Produktdaten des Herstellers? Oder wird es sogar noch wichtiger, weil nur mit einem durchgängigen PLM, einem regelrechten digitalen Zwilling das vernetzte reale Produkt und seine Betriebsdaten optimal genutzt werden können?

Das ist der Hintergrund, vor dem diese Serie von Artikeln im PLMportal entsteht. Dabei werden die Fragen auf zwei grundsätzlich unterschiedlichen Ebenen behandelt:

  1. Auf einer allgemeineren Ebene haben alle entsprechenden Anbieter vier Fragen erhalten, auf die einige Antworten eingegangen sind, wenn auch nicht von allen. Diese Antworten werden nun in vier Artikeln so zusammengefasst, dass der Leser sich zu den Positionen der Anbieter einen Überblick verschaffen kann.
  2. Vier große Anbieter, nämlich Dassault Systèmes, PTC, SAP und Siemens PLM, haben sich zu einer detaillierten Darstellung ihrer diesbezüglichen Strategie bereiterklärt und investieren in Expertengespräche und Abstimmung entsprechender Beschreibungen. Das Ergebnis werden vier Artikel sein, die sich jeweils ausschließlich mit der Positionierung des jeweiligen Anbieters befassen.

Ich hoffe, mit dieser Hintergrundserie einen Beitrag dazu zu leisten, dass die Industrie besser versteht, wie sich die gegenwärtigen Umwälzungen auf die Technologien auswirken, die sie im Einsatz haben oder künftig nutzen werden.

© PLMportal

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