Deutsch-chinesischer Desinfektionsroboter von Siemens und Aucma

09.04.2020

Ende März berichtete Siemens von einem deutsch-chinesischen Erfolg im Kampf gegen Covid 19. Siemens und Aucma haben in nur einer Woche von der Idee bis zum Prototyp einen intelligenten Desinfektionsroboter entwickelt, der schon bald im Kampf gegen den Corona Virus und andere Viren zum Einsatz kommen soll. Der elektrische Roboter reinigt innerhalb einer Stunde eine Fläche von bis zu 36.000 Quadratmetern und überwindet mit seinem robusten Fahrwerk Hindernisse und Höhenunterschiede.

Desinfektionsroboter im Testeinsatz(Desinfektionsroboter im Testeinsatz, Bild Siemens)

Mit Aucma, in China ein großer Hersteller von Kühlschränken und anderen Haushaltswaren, betreibt Siemens in Qingdao ein gemeinsames Labor zur Entwicklung von Spezial-Robotern, unbemannten Fahrzeugen, Industrierobotern und intelligenter Ausrüstung für Fabriken. Im Februar machte sich in diesem Labor ein Team beider Unternehmen daran, einen führerlosen Roboter zu bauen, der infektiöse Räume schnell und gründlich desinfiziert. Sie brauchten von der ersten Idee am 7. Februar bis zum Prototyp am 15. Februar eine Woche.

Das Team entschied sich für einen rein elektrischen Desinfektions-Roboter, der die Anforderungen in Krankenhäusern bestmöglich erfüllt. Zu den größten Herausforderungen für die Entwickler gehörten ein möglichst hohes Maß an Sterilisationswirkung bei geringstmöglichem Einsatz von Desinfektionsmitteln und die 360 Grad-Abdeckung selbst in engen Räumen.

Der mit einer Lithiumbatterie betriebene Roboter mit zwei Vernebelungspistolen kann pro Stunde eine Fläche von 20.000 bis 36.000 Quadratmeter desinfizieren. Eine 360-Grad Kameraplattform auf der Oberseite überträgt Bilddaten und Informationen in Echtzeit. In Verbindung mit einem Bilderkennungs-Algorithmus kann der User die betroffenen Bereiche per Fernbedienung ansteuern. So lässt sich die Ausbreitung von Infektionskrankheiten mit geringen Kosten verhindern. Zum Einsatz auf unterschiedlichen Oberflächen und zur Überwindung von Hindernissen und Unebenheiten entschied sich das Team für ein Raupenfahrwerk.

Unmittelbar nach der Markteinführung wird der neue Roboter in Krankenhäusern, Schulen, Büros, Fertigungsstätten und anderen öffentliche Einrichtungen zum Einsatz kommen, damit die Arbeit schnell wieder aufgenommen werden kann.

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