Einblick in Cloud-Projektplattform und agile Entwicklung bei Eplan

11.06.2019

Allmählich wird sichtbar, wie das Arbeiten mit Eplan Software in der Cloud aussieht. Bei einem Presseevent in Köln und Monheim am 6. und 7. Juni wurden die bereits auf den letzten Messen angedeuteten Aktivitäten konkretisiert und in eine umfassendere Cloud-Strategie eingebettet. Klar ist: Was derzeit zu sehen ist, stellt nur den Anfang dar.

Das Eplan Projekt in der CloudWer will, kann sich über www.epulse.cloud kostenlos bei EPLAN ePULSE anmelden und einen Account einrichten. Die ersten zwei ebenfalls kostenlosen Apps auf dieser Plattform für E-Technik-Projekte sind derzeit Cogineer Free und eVIEW. Mit der ersten lassen sich aus Bibliotheken Schaltpläne nun auch im Browser zusammenstellen. Mit eVIEW können Projektbeteiligte und Partner mit klaren Zugriffsrechten Projektdaten einsehen und etwa mit Redlining kommentieren. Und natürlich lässt sich beim Arbeiten in der Cloud auf die Daten des Eplan Data Portals zugreifen. (Foto Sendler)

CEO Sebastian SeitzAuf dem herstellerunabhängigen eCl@ss Advanced basiert ein neuer und umfassender Eplan Data Standard, der im Sommer in einer ersten Fassung freigegeben werden soll. Der Anbieter will damit Komponentenherstellern und Elektroingenieuren einen Qualitätsstandard definieren, der sicherstellen soll, dass in einem Projekt kein Draht und kein Parameter für einen Sensor fehlt. CEO Sebastian Seitz (Foto Sendler) verglich den digitalen Zwilling des Schaltschranks mit dem 3D-Modell in der Mechanik. So wie aus dem 3D-Modell ein Teil gefräst werden kann, so soll aus dem Digital Twin des Schaltschranks automatisiert die Schaltung entstehen.

Welche enorme Rolle generell die Standardisierung im Engineering spielt, konnte anhand einer zusammen mit dem European 4.0 Transformation Center an der RWTH Aachen erstellten Studie Engineering 4.0 aufgezeigt werden. Je weiter Standardisierung und Automatisierung im Engineering greifen, desto dramatischer sind die auch hierzulande nach wie vor möglichen Einsparungspotenziale.

Am zweiten Tag ging es an den Trainingsstandort von Eplan an der Rhein-Promenade, wo die neue Cloud-Geschäftseinheit vortrug und zum Hands-on einlud. Ihren Sitz hat sie in Langenfeld in einem dritten Büro von Eplan. Die ursprüngliche Zentrale an der alten Ziegelei ist mit dem Wachstum des Herstellers an ihre Grenzen gestoßen. Aber für das neue Geschäft in der Cloud ist es ohnehin sinnvoll, sich wie ein kleines, selbstständiges Startup-Team zu organisieren. Denn die Nutzung der Cloud-Technologie verlangt ein völlig neues Denken und beinhaltet nicht nur ein anderes Geschäftsmodell, sondern eben auch agile Methoden der Entwicklung. Anders können die Erwartungen der Kunden nicht erfüllt werden.

Sebastian Seitz verriet der zahlreich versammelten Fachpresse, dass sich in allen Bereichen der Industrie die Haltung innerhalb weniger Jahre komplett gedreht habe. Waren noch vor Kurzem Cloud und Apps verpönt und wurden eher mit großer Skepsis gesehen, so haben sich für ePULSE innerhalb kürzester Zeit bereits sehr, sehr viele Kunden und Nutzer registriert, um das neue Angebot auszuprobieren. Seitz: „So schnell und so viele, wie dies bei früheren Initiativen noch nie zu beobachten war.“

Die Plattform ist installiert, die ersten Apps laufen. Wenn die Methoden agiler Entwicklung, die in Monheim vorgestellt wurden, funktionieren, dann könnte es schnell gehen mit weiteren Apps und neuen Funktionalitäten, die das Arbeiten in der Cloud für noch mehr Nutzer attraktiv machen könnten.

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