Eplan mit Store Share View in der Cloud

03.05.2018

Vielleicht ist das wieder ein gutes Beispiel dafür, wie leicht sich mittelständische Unternehmen mit Innovation tun. Eplan hat auf der Hannover Messe eine Neuentwicklung vorgestellt, die auch dem deutschen Mittelstand den Weg in die Cloud ebnet: mit der Möglichkeit, Projektdaten mit unterschiedlichsten Beteiligten einfach über irgendeinen Internet-Browser zu teilen und abzustimmen.

Die neue Software von Eplan hat, wie Geschäftsführer Maximilian Brandl erläuterte, mit Store Share View einen vorläufigen Namen. Denn es ist nur ein Anfang mit ersten Funktionalitäten, dem Weiteres folgen soll. Der Name steht für das, was derzeit damit unterstützt wird. Daten weltweit involvierter Projektbeteiligter können abgelegt werden (das ist der Store), ohne dabei den eigentlichen Speicherungsort etwa in einem PDM oder PLM System zu verändern oder zu tangieren. Die Zwischenspeicherung dient ja nur dazu, die Daten miteinander zu teilen (Share), um sich darüber austauschen zu können, wozu übrigens auch eine Redlining-Funktion gehört, mit der jeder der Beteiligten eigene Kommentare unmittelbar anfügen kann. Und natürlich ist die einfache Darstellung der Daten und Kommentare ein essenzieller Bestandteil (View). Eplan hat das so realisiert, dass dazu jeder seinen Browser auf seinem gerade genutzten Endgerät beliebiger Herkunft und Bauart nutzen kann.

Darstellung mit Redlining

Mit anderen Worten: Der Nutzer braucht außer der App nichts Neues zu installieren, er nutzt seine üblichen Systeme, muss nicht einmal Eplan implementiert haben und auch kein neues Datenmanagement einsetzen. Und da das für alle gilt, können die Daten – etwa Schaltpläne – wirklich sehr einfach überall genutzt werden, wo bisher noch Papierdokumente, manchmal in erheblichen Mengen, ausgedruckt bereitgestellt werden mussten. Jetzt reicht das Smartphone oder der Tablet-PC.

Zusätzlich bietet Eplan mit Rest API eine Programmierschnittstelle, über die Kunden ihre eigenen Prozesse unter Verwendung von Store Share View abbilden und ihre eigenen Daten einbinden können. Festo und Lenze waren die ersten, die dies in Hannover bereits mit Pilotprojekten vorgeführt haben.

Von Cloud zu CloudZugriffsberechtigungen schützen die Beteiligten vor unerwünschten Zugriffen. Dass all das nicht auf eigener Entwicklung beruhen kann, ist klar. Als Cloud-Infrastruktur wird im ersten Schritt Microsoft Azure verwendet. Und die konsequente Nutzung von internationalen Standards wie eClass Advanced, C2C (zum Beispiel für VR über ThingWorx von PTC) oder AutomationML sind sozusagen die Eckpfeiler der so einfach zu bedienenden Anwendung. In der Cloud wird Vieles einfacher, als es bisher möglich war.

Erste Usecases sieht Eplan – ebenso wie Lenze und Festo – in der global verteilten Produktion, in der Wartung und in der Inbetriebnahme von Produkten und Systemen. Und ihre Kunden werden sicher schnell reichlich davon Gebrauch machen. Unabhängig davon, dass – wie auch in der Pressekonferenz von einem Journalisten angemerkt wurde – die deutschen Industriekunden sich generell immer noch schwer tun mit der Nutzung von Cloud-Lösungen. Solche Angebote wie dieses werden dabei helfen, die Barrieren zu senken. (Bilder Eplan)

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