Hechenberger Thesen des sendler\circle zu Industrie 4.0

07.06.2014
Die Basis von Industrie 4.0 ist das vollständige Management der Produktdaten!

Die Basis von Industrie 4.0 ist das vollständige Management der Produktdaten!

 

tl_files/plm/img/Nachrichten/circle sept 2011.jpgMünchen, 7. Juni 2014 – Die Diskussion um das Zukunftsprojekt „Industrie 4.0“ der Bundesregierung hat im sendler\circle, der Interessengemeinschaft der Anbieter von Software und Service für industrielles Engineering, zu einem wichtigen Ergebnis geführt. Einstimmig wurden bei einem Treffen am 19. Mai im Moarwirt im bayrischen Hechenberg 4 Thesen verabschiedet, die eine konkrete Grundvoraussetzung für Industrie 4.0 benennen: das vollständige und durchgängige digitale Produktmodell und sein Management. (Bild aus einem Meetting des sendler\circle im September 2011 im Kloster Irsee)

Die Basis von Industrie 4.0 ist das vollständige Management der Produktdaten!

Thesen des sendler\circle zu Industrie 4.0 – verabschiedet in Hechenberg am 19. Mai 2014

Die Diskussion um Industrie 4.0 hat die enorme Bedeutung der Daten auch in der Fertigungsindustrie deutlich gemacht. Die Digitalisierung hat die gesamte Gesellschaft und auch die Industrie durchdrungen und verändert sie unter unseren Augen dramatisch. Daten sind – neben Mensch, Kapital, und materiellen Rohstoffen – zur vierten, für viele Bereiche sogar zur entscheidenden Ressource geworden. Sie ermöglichen neue Produkte, neue Geschäftsmodelle und öffnen neue Märkte.

Moderne Produkte, Maschinen und Anlagen sind technische Systeme, deren Wert am für den Kunden optimalen Zusammenwirken von Mechanik, Elektronik, Sensorik und vor allem Software gemessen wird. Dieses Zusammenwirken muss – schon aus rein wirtschaftlichen Erwägungen – vollständig digital simuliert und erprobt werden können. Das vollständig digitale Datenmodell des Produktes, das die Eigenschaften und Funktionen aller seiner Elemente in ihrem Zusammenspiel digital entwickeln, erproben und qualitativ absichern lässt, ist deshalb der zentrale Grundbaustein aller „Intelligenz“ und Vernetzung, die Industrie 4.0 als Vision in den Raum stellt.

Das effiziente und effektive Management dieses digitalen Produktmodells von der Entwicklung über den Vertrieb, die Produktion und Inbetriebnahme bis zur Kundennutzung und zur Gewährleistung der mit dem Produkt verbundenen Dienste – das wird etwa seit dem Beginn des neuen Jahrtausends als Produkt-Lebenszyklus-Management oder PLM bezeichnet. Und in wachsendem Maße umfasst PLM nicht mehr nur die mechanischen Geometriedatenmodelle, sondern auch die Logik der Elektrik und Elektronik und die Programme der eingebetteten Software.

Dieses Management der Produktdaten ist die Grundvoraussetzung dafür, dass moderne, „intelligente“ und vernetzte Produkte ihre Funktion erfüllen und auf dem Weltmarkt erfolgreich sind. Es ist die Grundvoraussetzung, dass dann auch ihre Produktion „intelligenter“ vernetzt organisiert werden kann. Es ist die Grundvoraussetzung für Industrie 4.0.

Nur wenn die Industrie diesen ersten, grundlegenden Schritt geht und für eine vollständige Digitalisierung ihrer Produkte und ein umfassendes Management der Produktdaten sorgt, kann sie den zweiten Schritt in die intelligent vernetzte Produktion tun.

Von einer solch umfassenden und durchgängigen Digitalisierung aller Bereiche ist die Industrie noch ein gutes Stück entfernt. PLM ist nur in einem kleinen Teil der Industrie realisiert, und auch dort nicht ohne Medienbrüche, insbesondere zwischen Produktentwicklung und Produktion. Deshalb stellen die Mitglieder des sendler\circle, die Anbieter von Software und Service für industrielles Engineering, folgende Thesen auf und im Rahmen von Industrie 4.0 zur Diskussion:

  1. Die Grundlage innovativer, „intelligenter“, vernetzter Produkte sind digitale Produktmodelle.
  2. Das digitale Produktmodell muss alle Elemente der Mechanik, Elektrik, Elektronik und Software enthalten und ihr Zusammenwirken virtuell spiegeln können.
  3. Digitale Modelle machen Entwicklung, Produktion  und Betrieb komplexer Produkte beherrschbar.
  4. Das durchgängige Management der digitalen Produktmodelle über ihren gesamten Lebenszyklus ist eine wichtige Voraussetzung für die Realisierung von Industrie 4.0.

Im sendler\circle (http://www.ulrichsendler.de/sendlercircle.html) sind derzeit folgende Unternehmen (in alphabetischer Reihenfolge) vertreten: Acatec Software, AUCOTEC, Dassault Systèmes, ECS, EPLAN Software und Service, IBM, ICP Solution, oose Innovative Informatik, PROCAD, PTC, SAP, Siemens PLM Software, xPLM Solution.

Ulrich Sendler, München

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