Nutzerorganisation "Industrial Digital Twin Association" gegründet

24.09.2020

Eine interessante Wendung nimmt die Entwicklung der Initiative Industrie 4.0. Erst war es eine Initiative aus Industrie, Wissenschaft und Forschung. Dann kamen die wichtigsten Industrieverbände hinzu und bildeten die Plattform Industrie 4.0, die sich schließlich unter das Dach der Schirmherrschaft der Bundesregierung begab. Nun machen zwei Verbände und 20 Mitglieder, darunter ein weiterer Verband, sich wieder selbständig, um die Weiterentwicklung voranzutreiben. Das ging wohl unter dem Regierungsdach nicht.

Laut einer gemeinsamen Pressemitteilung haben VDMA und ZVEI am 23. September gemeinsam mit Bitkom und 20 Firmen aus Maschinenbau und Elektroindustrie die Industrial Digital Twin Association (IDTA) als Nutzerorganisation für Industrie 4.0 gegründet. Ziel des Vereins sei es, „die parallel verlaufenden Entwicklungsstränge zum industriellen Digitalen Zwilling zusammenzubringen und als Open-Source-Lösung gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen zu entwickeln.“

Der Digitale Zwilling wird als Kerntechnologie für Industrie 4.0 bezeichnet. Er diene im Industrie-4.0-Einsatz als Schnittstelle zwischen der digitalen Welt und physischen Industrieprodukten. Die IDTA sieht Potenziale für neue Geschäftsmodelle für kleine und mittelständische Fabrikausrüster, aber auch für große Endanwender wie aus der Fahrzeug- und Prozessindustrie.

Vorsitzender ist Dr. Matthias Bölke von Schneider Electric, stellvertretender Vorsitzender Dr. Horst Heinol-Heikkinen, Eigentümer von Asentics, Anbieter von Bildverarbeitungslösungen. Hartmut Rauen, stellvertretender Hauptgeschäftsführer des VDMA, sagt, die Exzellenz der deutschen und europäischen Industrie bei der Entwicklung industrieller Produkte sie weltweit anerkannt. „Nun ist es an der Zeit, das digitale Ökosystem rund um diese Produkte weltweit mit dem gleichen Qualitätsanspruch zu gestalten".

Günther Koschnik, ZVEI Fachverband AutomationGunther Koschnick (Foto ZVEI), ZVEI-Fachverbandsgeschäftsführer Automation, ergänzt: "Wir stehen vor der einmaligen Chance, durch den Schulterschluss von Maschinenbau und Elektroindustrie die digitale Wertschöpfung in der Industrie für die nächsten Jahrzehnte zu prägen.“

Zu den Gründungsmitgliedern gehören ABB, Asentics, Bitkom, Bosch, Bosch Rexroth, Danfoss, Endress+Hauser, Festo, Homag, KUKA, Lenze, Pepperl+Fuchs, Phoenix Contact, SAP, Schneider Electric, Schunk, Siemens, Trumpf, Turck, Volkswagen und Wittenstein.

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