PTC Forum Europe – halb real, halb im Netz

18.11.2016

Mit gut 1.800 Teilnehmern im ICS Stuttgart und einer etwa gleichgroßen Zahl über Online-Übertragungen der Keynote und vier weiterer Vorträge war das PTC Forum Europe Ausdruck des Wandels: des Umbruchs in der Industrie durch umfassende Digitalisierung; und des Umbruchs in der IT-Industrie, die ihren Kunden den Weg dahin ebnen will. Von "IoT ist PLM" im vergangenen Jahr zu "Digital Engineering Journey" heute.

AR Demo während der KeynoteAR-Demo während der Keynote (Foto Sendler)

Absolut im Vordergrund stand die digitale Transformation der Industrie – neben der Einführung der neuen Version Creo 4.0 des CAD-Systems und zahlreicher Produktneuerungen beim PLM-System Windchill und anderer Softwareprodukte. Die umfangreiche Ausstellung mit Demos von PTC-Lösungen und von Anwendungen durch Kunden und über 30 Partner war für die Besucher mindestens so wichtig wie die etwa 40 Vorträge, teilweise in drei parallelen Sessions. Der leichte Rückgang der Teilnehmerzahl gegenüber der LiveWorx-Veranstaltung 2015 (2.500) wird mehr als aufgewogen durch die erstmals angebotene und reichlich genutzte Online-Teilnahme.

Wichtiges Highlight war das erst im letzten Jahr eingeführte PTC Navigate. Das System soll alle Daten miteinander verknüpfen, die irgendein Mitarbeiter eines Unternehmens irgendwo in der Welt benötigt, und das rollenspezifisch. Innerhalb von neun Monaten wurde es 70.000 Mal installiert. Es verbindet PLM und ALM mit ERP und CRM, ohne die Daten zu verändern und gleichgültig, mit dem System welches Herstellers die Daten erzeugt und gespeichert wurden.

Mit Vuforia hatte PTC ein führendes AR-System übernommen. Jetzt mausert es sich zu einem Bindeglied zwischen digitaler und realer Produktwelt. Während der Keynote konnten die Zuschauer sehen, wie das auf der Bühne stehende Roh-Gerüst eines Elektroautos virtuell mit der möglichen Hülle des fertigen Modells überdeckt wurde (siehe Bild oben). An vielen Ständen gab es Beispiele, wie über mobile Endgeräte ein digitales Modell zum Leben erweckt und scheinbar in den Raum gestellt wurde.

Zen-OZen-O Daten im BlickEin typisches Kundenbeispiel (Fotos Sendler): Die GCE-Gruppe hat den portablen Sauerstoffkonzentrator Zen-O, mit dem Patienten mit Atmungsstörungen ihre Sauerstofftherapie organisieren, über ThingWorx vernetzt. Daten über Funktion, Batteriestatus und anderes sind damit von überall und gut gegen Hacker gesichert im Blick. Zwei Wochen hat PTC-Partner InVMA für einen Prototyp benötigt. Nach zwei Monaten war das Produkt vernetzt.

Integration von Kepware und Coldlight mit ThingWorx und Creo beziehungsweise Windchill – PTC legt ein beachtliches Tempo vor auf dem Weg zum Closed Loop Lifecycle Management. Der IT-Anbieter will seinen Kunden helfen, über Daten aus der realen Welt seine Produktentwicklung zu verbessern, vernetzbare Produkte zu entwickeln und letztlich neue Geschäftsmodelle für das Internet der Dinge. In Stuttgart sah es aus, als würden die Kunden schneller mitziehen, als man vor ein oder zwei Jahren glauben mochte.

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