PTC: IoT ist PLM

20.11.2015

Eine Analystenkonferenz am 16. November und die PTC LiveWorx Europe am 17. und 18. November brachten interessante Neuigkeiten: PTC stellt die Produktentwicklung mit CAx und PLM in den Mittelpunkt des Internets der Dinge. Und es gab Rekordzahlen. Die LiveWorx Europe war erheblich größer als die kürzlich in den Vereinigten Staaten durchgeführte Veranstaltung.

Der überfüllte HauptsaalMit mehr als 2.500 Teilnehmern aus 12 Ländern war die PTC LiveWorx deutlich größer als die kürzlich in den USA durchgeführte Veranstaltung. Die Veranstaltung war so ausgebucht (alle Fotos Sendler), dass ein Teil des Auditoriums für die Keynotes in einem zweiten Raum mit der Videoübertragung Vorlieb nehmen musste. Und auch für die Ausstellung der eigenen Produkte und der zahlreicher Partner wurde neben der großen Halle im ICS ein zweiter Raum genutzt. PTC kombinierte die zweitägige Ausstellung im ICS an der Stuttgarter Messe in diesem Jahr mit einer Analystenkonferenz am Vortag, bei der CEO Jim Heppelmann eine neue Unternehmensstruktur und die Strategie von PTC für das Internet der Dinge erläuterte.

Die neue StrukturPTC hat jetzt zwei große Geschäftsbereiche: Lösungen und Technologieplattform. Der Bereich Lösungen umfasst das gesamte Portfolio des US-amerikanischen IT-Anbieters für CAD, Product Lifecycle Management (PLM), Application Lifecycle Management (ALM) und Service Lifecycle Management (SLM). Dahinter stehen die Produkte Creo, Windchill, Integrity und Servigistics.

Der Bereich Technologieplattform umfasst die Produkte, in deren Akquisition PTC in den vergangenen 24 Monaten rund 600 Millionen US$ investiert hat. Sie werden unter der Marke ThingWorx – das war einer der Zukäufe – zusammengefasst. Ihre Themen sind Vernetzung, Analyse, Anwendungsdesign und Erlebnis. Neben ThingWorx hatte PTC die Firmen Axeda (für Cennectivity), Coldlight (für Analytics) und zuletzt Vuforia (für Augmented Reality) übernommen.

CEO Jim HeppelmannDen Zusammenhang zwischen den beiden Bereichen erläuterte Jim Heppelmann so: Wer in der Industrie das Internet der Dinge nutzen will, muss zunächst einmal ein digitales Modell seines Produktes haben, das im IoT ein System unter Systemen ist. Für die Verschmelzung von digitalem Modell und realem Produkt ist PLM für Mechanik, Elektrik, Software und Service Voraussetzung. Denn nur mit dieser Datendurchgängigkeit kann das Modell für Dienste im oder am Produkt genutzt werden, und nur so können Daten aus der Produktnutzung in Zusammenhang mit den Modelldaten analysiert werden. Jim Heppelmann: "Deshalb sage ich: IoT ist PLM." Ohne PLM könne es die Verschmelzung von digitaler und realer Welt nicht geben. Für das Anwendungsdesign (Create) von IoT-Produkten bietet PTC deshalb eine Kombination von ThingWorx, Creo und Windchill.

Neben zahlreichen Verbesserungen und Erweiterungen wartet die ebenfalls in Stuttgart vorgestellte Version 11 des PLM-Systems Windchill mit einer Reihe von neuen Funktionen auf, die in die Richtung smart und connected PLM gehen. Dazu zählen etwa rollenbasierte Apps und verbesserte Requirements Traceability, auch über die Integration des Standards für Open Services Lifecycle Collaboration (OSLC). Für die Nutzung von Windchill gibt es neben dem Subscription-Modell künftig auch eine PLM-Cloud.

Paul Boris, GE, und Dr. Kallenbach, BoschMit GE und Bosch Software Innovations konnte PTC gleich zwei Partner vorstellen, die an der Seite von Jim Heppelmann ihre eigene Positionierung für die Zukunft erläuterten. Mit GE hat PTC eine strategische Partnerschaft für deren Konzept einer Brilliant Factory geschlossen. Und Bosch stützt sich für die Softwareplattform der Bosch IoT Suite auf PTC ThingWorx. Beide betonten in einer Pressekonferenz, dass in Zukunft solche offenen Plattformen und Eco-Systems die Grundlage für das Internet der Dinge bilden würden. Die Verbindung von IoT und PLM nimmt Gestalt an.

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