SAP Cloud Plattform im Einsatz für Touristen-Rückholaktion

02.04.2020

(Nach einem Artikel von Christopher Lixenfeld auf SAP News)

Für die Rückholaktion von mehreren Hunderttausend weltweit gestrandeten Urlaubern nach Ausbruch der Corona-Pandemie durch das Auswärtige Amt nach Deutschland waren die im Ministerium existierenden Programme nicht geeignet. Die Mitte März explodierenden Anfragen zur Registrierung auf der sogenannten Elefand-Liste (Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland) überforderten schnell die nur für einzelne Notfälle gedachte App. „Server nicht erreichbar“ sahen die Hilfesuchenden von Südamerika bis zu den Philippinen, bevor die Plattform irgendwann vollständig zusammenbrach.

Das Auswärtige Amt fragte SAP am frühen Abend des 17. März an für den Bau einer Plattform. SAP CTO Jürgen Müller beauftragte Rui Nogueiras, Chief Product Expert für die SAP Cloud Plattform, und der versammelte ein Team von rund 40 Experten aus drei Zeitzonen für die Umsetzung.

Das erste virtuelle Meeting startete um 19:30 Uhr. Das Kernteam, acht Kollegen, einer davon aus den USA, holte für einzelne Aufgaben weitere SAP-Spezialisten mit ins Boot. Innerhalb von 24 Stunden war die Lösung fertig.

SAP Rückholprogramm(Screenshot Homepage Auswärtiges Amt) Für die Zusammenarbeit wurde ein Microsoft Teams-Raum durchgehend geöffnet. Auch das Auswärtige Amt konnte so an der Entstehung der Lösung teilhaben. Neben der Neuentwicklung sollte die App sicher und skalierbar auf der SAP Cloud Platform laufen. Unter Berücksichtigung des Datenschutzes. Nogueira: „Die Menschen posten auf der Plattform ja zwangsläufig persönliche Dinge, um ihre Situation zu beschreiben. Diese Infos müssen natürlich geschützt sein.“ Datenschutzexperten versuchten, die Anwendung zu knacken, und bei ihren Tests aufgetretene Schwachstellen ließen sich noch vor der Freigabe beseitigen. Weltweit erreichbar ist die App unter der Domain “rueckholprogramm.de“.

Unter Lessons learned nennt Nogueira vor allem Zwischenmenschliches. Dass alle tatsächlich an einen Strang ziehen, wenn es darauf ankommt. Und dass ein weltweites Netz in solchen Phasen wichtiger ist denn je: „Ungefähr um drei Uhr nachts hatten wir ein Problem, das wir nicht lösen konnten. Wir wandten uns an Kollegen in Indien, die uns schnell und unkompliziert halfen.“

Aktuell arbeitet ein SAP-Team daran, die Lösung auch anderen Ländern zur Verfügung zu stellen. So glücklich am Ende alle Beteiligen über das Projekt und sein Ergebnis sind, überbewerten möchte Technikvorstand Jürgen Müller den Beitrag der SAP nicht. „Die eigentliche Arbeit fängt natürlich jetzt erst an, wenn es darum geht, die Leute nach Hause zu holen.“

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