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Siemens Digital Industries Software: Comprehensive Digital Twin und Excelerator

14.10.2019

Auf der Analystenkonferenz in New York präsentierte sich „Siemens Digital Industries Software“ nicht nur mit neuem Namen – ‚Siemens PLM Software‘ ist Vergangenheit –, sondern auch mit einem veränderten Auftritt als Industriesoftwareanbieter. Der umfassende Digitale Zwilling in Verbindung mit der Low-code/No-code Programmierplattform Mendix ist jetzt der Anspruch des Portfolios, das die digitale Transformation der Industrie unterstützen soll.

PlenumPLM ist bei Siemens nicht nur aus dem Firmennamen verschwunden. Die Analysten hörten auf der dreitägigen Konferenz (Foto Sendler) vom 4. bis 6.September an der Brooklyn Bridge den Begriff PLM überhaupt selten. Das Kürzel, das fast 20 Jahre für das Dach über der Software für industrielle Prozesse stand, hat nun auch bei Siemens weitgehend ausgedient. Jedenfalls ist es nicht mehr das Dach des Portfolios, sondern lediglich Teil davon. Auch die bisher favorisierte Sichtweise, dass es mehrere, wenn nicht viele digital twins über die gesamte Produktwertschöpfung gibt, wurde für einen „comprehensive digital twin“, also einen allumfassenden digitalen Zwilling, aufgegeben.

CEO Tony HemmelgarnHinter der von CEO Tony Hemmelgarn (Foto Sendler) vorgestellten Positionierung steht die Einsicht, dass es in Zeiten von digitaler Vernetzung, Cloud und KI wohl kein einzelnes Produkt und folglich Kürzel mehr geben wird, dass den Anspruch eines Oberbegriffs erfüllen kann. Zu komplex ist die Palette der digitalen Hilfsmittel und vor allem ihres vernetzten Einsatzes geworden. Und für die Industrieunternehmen, also die Kunden, steht immer weniger das Produkt im Vordergrund. Immer stärker wollen die Anwender eine Lösung, für die sie viele verschiedene Tools auch von verschiedenen Anbietern benötigen. Wie man diesen Lösungsansatz dann nennt, scheint an Bedeutung zu verlieren. Zumal auch in diesem Umfeld die Entwicklung ein ungeheures Tempo hat. Hauptsache, das richtige Tool ist für den nächsten Schritt schnell und einfach zu finden und gut nutzen.

Eine der zentralen Produktneuheiten trug dann auch den vielsagenden Namen Xcelerator. Der ‚Beschleuniger‘ steht für die Verbindung des gesamten Industriesoftwareportfolios von Siemens – einige der bekanntesten Namen: NX (CAD/CAM), Teamcenter (PLM), Tecnomatix (Produktionsplanung), Simcenter (Simulation), Capital (Elektronik) – mit der kürzlich erworbenen Plattform Mendix und der Cloud-Plattform MindSphere.

Schneller soll es gehen für die Industrie: schneller mit der Anwendung der installierten Software, schneller mit deren Integration und Anpassung an die spezifischen Anforderungen des einzelnen Anwenders wie des Unternehmens, schneller mit der Nutzung von Cloud und KI für neue Geschäftsmodelle mit IoT-Apps für die Kunden. Schneller also mit der Umwandlung der Unternehmen in die agilen, vernetzten und smarten Fabriken und Diensteanbieter, die sie für den künftigen Markt sein müssen.

Die Einzelheiten der Vorführungen und die vorgestellten Produktneuheiten über drei Tage hinweg aufzuzählen, ist nicht mehr sinnvoll. Es ist dafür schon längst zu groß geworden, das Portfolio von Siemens. Ob der Excelerator einlösen kann, was der Name verspricht, werden die Kunden und Nutzer herausfinden. Hinsichtlich des Portfolioumfangs jedenfalls steht Siemens ziemlich weit vorn. Vom Anforderungsmanagement über Design und Produktionsplanung, Produktion und Wartung bis hin zu IoT und Rückführung der Nutzungsdaten ins Engineering – und ein Ende der Übernahmen von Startups und Spezialanbietern ist dennoch nicht absehbar.

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