Siemens übernimmt Mendix für schnellere App-Entwicklung in MindSphere

07.08.2018

München und Boston, 1.8.2018 - Siemens hat eine Vereinbarung zur Übernahme von Mendix unterzeichnet. Das US-Unternehmen ist laut Gartner führend im Bereich sogenannter cloud-basierter Low-Code-Programmierplattformen. Siemens zahlt  für die Übernahme 600 Millionen Euro in bar. Der Abschluss der Übernahme wird für das erste Quartal 2019 erwartet.

Gemäß der Vereinbarung wird Mendix seine Marke und Unternehmenskultur beibehalten und weiterhin Kunden in einem breiten Branchenumfeld bedienen. Siemens investiert in die unabhängige Produkt-Roadmap. Mendix wird zum Softwaregeschäft der Division Digital Factory (DF) von Siemens gehören, wobei die Plattformtechnologie von Mendix auch in mehreren anderen Divisionen zum Einsatz kommen wird.

Das Team 2005Das Team 2005 (Foto Mendix)

Der Grund für den Erfolg der Software von Mendix liegt in der rasanten Zunahme der Nachfrage nach digitalen Geschäftsanwendungen. Die Nachfrage wächst schneller, als die Unternehmen mit der Entwicklung nachkommen können. Low-Code-Plattformen bieten diverse Möglichkeiten für eine um Faktoren schnellere Entwicklung, Anwendung und Ausführung von Applikationen in der Cloud.

"Mit der Übernahme von Mendix bauen wir unsere Führungsposition im Bereich Digital Enterprise, einem Eckpfeiler unseres Strategieprogramms Vision 2020+, aus", sagte Klaus Helmrich, Mitglied des Vorstands der Siemens AG. "Mendix ist führend in einem schnell wachsenden Segment und wird unsere Kunden dabei unterstützen, MindSphere noch schneller zu übernehmen und die cloudbasierte Entwicklung von Apps für das Industrielle Internet der Dinge zu beschleunigen".

"Im Rahmen seiner Digitalisierungsstrategie investiert Siemens weiterhin in Softwareangebote für das Digital Enterprise. Mit der Übernahme von Mendix setzt Siemens den Ausbau seines umfassenden Digital Enterprise und MindSphere IoT-Portfolios durch Cloud-spezifisches Domänen-Know-how, Cloud-unabhängige Plattformlösungen und hoch spezialisierte Mitarbeiter fort", sagte Jan Mrosik, CEO der Division Digital Factory.

Das Team 2018Das Team 2018 (Foto Mendix)

Mendix wurde 2005 im niederländischen Rotterdam gegründet und hat seinen Hauptsitz in Boston, Massachusetts. Das Unternehmen hat mehr als 400 Angestellte und sein Software-as-a-Service-Geschäftsmodell (SaaS) trägt zu mehr als 90 Prozent des wiederkehrenden Umsatzes bei. Siemens erwartet von Mendix auch künftig ein starkes Wachstum – sowohl im Bereich der bestehenden Kundensegmente als auch innerhalb der Kundenbasis von Siemens. Mit Mendix beschleunigt Siemens den Ausbau seiner vorhandenen Softwarekompetenzen im Bereich Cloud, IoT und Digital Enterprise.

Die Teams von Siemens und mendix trafen sich, so Derek Roos, Mitbegründer und CEO von mendix, erstmals vor mehr als einem Jahr für Gespräche über eine mögliche Zusammenarbeit. Schon bald wurden mit Joe Kaeser, CEO Siemens AG, Jan Mrosik, CEO der Division Digital Factory, und Tony Hemmelgarn, CEO PLM Software, drei strategische Felder identifiziert, in denen eine Win-Win-Entwicklung sicher schien: die massive Beschleunigung der Weiterentwicklung der Low-Code-Plattform durch erhebliche Investitionen von Siemens in F&E von Mendix; die Verknüpfung von Mendix und MindSphere, um ein digitales Betriebssystem für die physikalische Welt zu schaffen; die Erweiterung der Mendix Plattform durch vertikale Applikationen von Industrielösungen in Form von Software-as-a-Service.

Derek Roos wird CEO des Unternehmens bleiben und Mitglied des Management-Teams von Siemens PLM (Product Lifecycle Management). Siemens werde dem neuen Tochterunternehmen große Autonomie einräumen, um ein noch schnelleres Wachstum zu unterstützen, so Derek Roos.

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