Siemens und SAP: gemeinsames Angebot für Industriesoftware

14.07.2020

Nürnberg und Walldorf — Ein Paukenschlag: Mit einer gemeinsamen Presseerklärung haben SAP und Siemens am 14. Juli bekanntgegeben, dass sie eine integrierte Lösung für durchgängiges Produkt- und Asset- Lebenszyklus Management anbieten wollen. SAP bietet demnach seinen Kunden künftig Siemens Teamcenter als Herzstück für PLM und PDM, während Siemens wiederum seinen Kunden SAP Intelligent Asset Management und SAP Project und Portfolio Management anbietet. Zwei langjährig heftige Konkurrenten mit unterschiedlichen Anwendungsschwerpunkten werden damit schlagartig zum Anbieter des größten Industriesoftwareportfolios überhaupt.

Im Rahmen der neuen Partnerschaft nutzen Siemens und SAP ihre Branchenkompetenz und kombinieren ihre sich ergänzenden Softwarelösungen für Product Lifecycle, Supply Chain und Asset Management. In der Pressemitteilung heißt es: „Durch diese Vereinbarung werden sowohl SAP als auch Siemens in der Lage sein, ihren Kunden die ersten tatsächlich integrierten und verbesserten Lösungen für Product Lifecycle Management (PLM), Supply Chain, Service- und Asset Management anzubieten. Die Kunden werden all ihre virtuellen Modelle und Simulationen eines Produkts oder einer Anlage mit Echtzeit-Geschäftsinformationen, Feedback und Leistungsdaten über den gesamten Lebenszyklus hinweg miteinander verknüpfen können und somit einen echten „digitalen Faden“ spannen.“

Klaus Helmrich, Vorstand SiemensKlaus Helmrich (Foto Sendler), Vorstandsmitglied der Siemens AG und CEO von Siemens Digital Industries, wird mit den Worten zitiert: „Die digitale Transformation ist für die Fertigungsindustrie von entscheidender Bedeutung, um die Produktivität und Flexibilität zu steigern sowie Innovationen zu beschleunigen. Daher müssen Unternehmen neue Ideen für die Zusammenarbeit finden, um den Weg in Richtung Digitalisierung zu ebnen. Bei dieser spannenden Zusammenarbeit zweier Branchenführer geht es um mehr als nur um Integration und Schnittstellen. Es geht um die Schaffung eines echten integrierten ‚digitalen Fadens’, der das Product und Asset Lifecycle Management mit dem Geschäft verknüpft, damit Kunden die Fertigung von Produkten optimieren können.“

Thomas Saueressig, Vorstand SAPUnd Thomas Saueressig (Foto SAP), Mitglied des Vorstands der SAP SE und verantwortlich für SAP Product Engineering, erläutert: „Die geballte Expertise von SAP und Siemens bezüglich Industrie 4.0-fähiger Geschäftsprozesse ermöglicht es Unternehmen, einen ‚digitalen Faden’ für den gesamten Product und Asset Lifecycle zu spannen. Mit dieser durchgängigen Lösung können die Teams über das gesamte Unternehmensnetzwerk hinweg effizient zusammenarbeiten, um die Entwicklung und Bereitstellung innovativer Produkte produktiv, profitabel und nachhaltig zu gestalten.“

Gemeinsam arbeiten die Unternehmen nach eigenen Angaben nun an der Entwicklung von Anwendungen für einen durchgängigen Lebenszyklus, damit ihre Kunden mithilfe eines nahtlosen „digitalen Fadens“ ihre gesamte Geschäftsleistung verbessern können.

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