Siemens zur SPS: Vergrößertes Digital Enterprise und Umwelteffizienz

05.12.2019

Auf der SPS 2019 ging es wie immer um Automatisierung. Aber auf der Pressekonferenz von Siemens gab es eine neue Ansage des Vorstands Klaus Helmrich: „Umwelteffizienz ist genauso wichtig wie Produktivität, Flexibilität und Time-to-Market“. Auch dieser Herausforderung will Siemens mit dem Digital Enterprise Portfolio gerecht werden.

Neben Produktivität, Flexibilität und Time-to-Market stand auf der ersten Folie von Klaus Helmrich besonders herausgehoben „Umwelteffizienz“. Das ist neu und spiegelt in der Tat die Entwicklung der letzten Jahre, in denen immer deutlicher wurde, dass von der Industrie neben Produkten nun auch Lösungen erwartet werden, die nicht unmittelbar nur mit Qualität, Funktion und Kosten der Produkte zu tun haben. Also will einer der größten Automatisierungsanbieter die Industrie nun auch dafür die richtigen Mittel an die Hand geben.

MindSphere auf der SPS 2019Einer der Katalysatoren ist dabei die Cloud-Industrieplattform MindSphere (Foto Sendler) – mit derzeit mehr als 120 Mitgliedern der MindSphere World in 12 Ländern –, die den Aufbau eines Datenpools für die Verbindung von virtueller und realer Welt durch die Kopplung der digitalen Zwillinge von Produkt, Produktion und Produktnutzung ermöglichen soll.

Neben der Cloud wird auch bei Siemens die möglichst zeitnahe Datenanalyse auf dem Shopfloor immer wichtiger, wofür Siemens Industrial Edge passende Lösungen liefern soll. In diesem Zusammenhang hat der Anbieter Pixeom in den USA übernommen, dessen Plattformtechnologie die flexible Bereitstellung und Nutzung von Apps ermöglicht. Damit lassen sich Daten an der Maschine analysieren und relevante für globale Analysen an das überlagerte Industrial-Edge-Management-System senden. Industrieunternehmen sollen Produktionsdaten effizienter nutzen und flexibler auf geänderte Rahmenbedingungen reagieren können.

Klaus HelmrichEine weitere Akquisition des vierten Quartals 2019 hob Helmrich (Foto Sendler) hervor: Mit Process Systems Enterprise (PSE) übernimmt Siemens einen britischen Anbieter modellbasierter Lösungen für den Anlagenlebenszyklus, eines digitalen Zwillings für Produkt- und Prozessdesign sowie den Anlagenbetrieb in Chemie, Petrochemie und Nahrungsmittelindustrie.
Mit Qualcomm testet Siemens momentan ein 5G-Netzwerk in industrieller Umgebung, und zwar im Automotive Test Center in Nürnberg.

Die Industrie wird investieren müssen, wenn sie ihre digitale Transformation realisieren und gleichzeitig den Ressourcen- und Energieverbrauch drastisch senken will. Weil das gerade kleine und mittlere Unternehmen oft überfordert, bietet Siemens Finanzierungslösungen, die sich am Erfolg der jeweiligen Implementierung orientieren, wo gewissermaßen die gesteigerte Effizienz für die Zahlung genutzt wird.

Digital Twin, Automatisierung in Hard- und Software, Plattformökonomie mit Cloud und Edge, kalkulierbare Finanzierung – Siemens rüstet sich, um seinen Kunden die Lokomotive zu sein, wie es Helmrich im letzten Jahr als Ziel formulierte.

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