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Wie präsentiert Siemens auf der Hannover Messe 2019 das Digital Enterprise?

24.02.2019

Auf der Vorpressekonferenz zur Hannover Messe stellten die CEOs der Digital Factory Division und der Geschäftseinheiten für die Prozessautomatisierung, Fabrikautomation, Antriebssteuerung und Energiemanagement am 18.2. in Herzogenaurach ihr gemeinsames Portfolio vor, mit dem die Digitalisierung der Industrie vorangebracht werden soll. Das Angebot ist so umfangreich, dass eine Übersichtspräsentation immer schwieriger wird. Besser half bei einem anschließenden Besuch des Siemens Gerätewerks Erlangen der unmittelbare Eindruck einer Produktion, die bei jedem Schritt digitale Zwillinge zur Seite hat.

Der reale Roboter beim Handling im Gerätewerk ErlangenDigital Twin des Robters beim Handling

Links der Roboter beim Teilebewegen im Gerätewerk Erlangen, rechts sein digitaler Zwilling beim selben Arbeitsschritt (Fotos Sendler).

Siemens hat unter dem Dachangebot des Digital Enterprise heute ein Angebot, das alles umfasst: von der Erfassung der ersten Ideen und Anforderungen eines Produktes über sämtliche Wertschöpfungsschritte bis hin zu Wartung und Entsorgung. Die Werkzeuge für die Industriekunden reichen von Engineering Software über Automatisierungsanlagen bis hin zur Cloud Plattform für Industrie-Apps, umfassen Hard- und Software. Einfach alles, was heute an IT und sonstigen Technologien zum Einsatz kommt, um ein Produkt zu entwickeln und zu nutzen – auch als über die Cloud vernetztes System mit integrierten Diensten. Kein Wunder, dass es allmählich schwer wird, selbst in einem halben Tag die wichtigsten Punkte herauszupicken und mit den anschaulichsten Beispielen zu hinterlegen.

Künstliche Intelligenz und Maschinenlernen spielen dabei eine zentrale und in ihrer Relevanz schnell wachsende Rolle. Von der Konstruktionssoftware NX, die aus der Arbeitsweise des Konstrukteurs ununterbrochen lernt, welche Schritte und welche Funktionen des Systems er bevorzugt – und sie ihm dann genau in dieser Weise zur Verfügung stellt. Über den Roboter, der aus der Arbeit seines digitalen Zwillings lernt, wann er das Tempo erhöhen kann und wann ein Stopp sinnvoll ist. Bis zum Edge-Gerät an der Maschine, das die Betriebsdaten permanent aufzeichnet und vor Ort analysiert, so dass nur relevante Daten in die Cloud-Plattform MindSphere hochgeladen werden müssen, etwa zur Wartung während des nächsten geplanten Stillstands.

Dr. Jan Mrosik, CEO Siemens Digital Factory DivisionBekanntgegeben wurde, dass ein Jahr nach Gründung der Usergroup MindSphere World weltweit 90 Kunden angehören. Kunden also, die selbst an der Entwicklung der Plattform beteiligt sind und sie zu einem Betriebssystem für das Internet der Dinge machen wollen. Ähnlich vielleicht wie Android für das Smartphone. Mit dem großen Unterschied, den Dr. Jan Mrosik (Foto Sendler) gar nicht genug betonen kann: Die Daten gehören grundsätzlich und immer den Kunden, nicht dem Plattformbetreiber Siemens. Es ist der Unterschied, mit dem die Industrie dem Geschäft mit den Daten gerade eine neue Richtung gibt.

Die Management-Software, die eine Durchgängigkeit des Digital Thread überhaupt möglich macht, heißt bei Siemens Teamcenter und stammt aus dem Hause Siemens PLM Software. Neben der ungeheuren Vielzahl an Einzelkomponenten, Werkzeugen, Systemen bis hin zur Cloud-Plattform verfügt der Anbieter also auch über eine systematische Basis, über die auf all das zugegriffen werden kann. Merkwürdigerweise wird die Bedeutung dieser Grundlage, des PLM-Systems, das erst in den letzten Jahren und gerade bei Siemens seinem Namen gerecht wird und tatsächlich den gesamten Produktlebenszyklus umfasst und abbilden kann, von Siemens immer stärker in den Hintergrund gedrängt.

Auf der Hannover Messe tritt Siemens PLM Software auch 2019 in Halle 6, Digital Factory, mit einem Stand der üblichen Größe auf. Auf der Vorpressekonferenz musste man schon genau aufpassen, um die Folie mit dem Hinweis darauf nicht zu übersehen. Der riesige Hauptstand in Halle 9 stand absolut im Vordergrund. Es wird spannend sein, im April in Hannover zu beobachten, wie Siemens den Spagat in der eigenen Positionierung umsetzt.

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